Das Brandenburger Tor von innen und außen

Das Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor - ehemals ein Stadttor - befindet sich heute im Zentrum von Berlin und ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt und Deutschlands.

Friedrich Wilhelm II.Es symbolisiert für uns sowohl die schmerzliche Teilung als auch die glückliche Wiedervereinigung Deutschlands.

Das Tor ist 26 m hoch, 65,5 m breit und 11 m tief. Es hat fünf Durchfahrten, von denen die mittlere etwas breiter ist. Diese war dem Preußischen König vorbehalten. Im Zuge des Ausbaus der Mauer und seiner Tore ließ der König Friedrich Wilhelm II. (der Nachfolger Friedrichs des Großen) 1788 bis 1791 das Brandenburger Tor von Carl Gotthard Langhans im frühklassizistischen Stil neu errichten.

Nach der Niederlegung der Stadtmauer 1867/68 fügte der Schinkel-Schüler Johann Heinrich Strack 1868 dem Tor zu beiden Seiten die niedrigeren offenen Säulenhallen an.

Napoleon unter dem Brandenburger Tor

Auf dem Bild sieht man 1806 Napoleon als Sieger über Preußen in Berlin einreiten. Da ihm die Quadriga sehr gefiel, befahl er, sie als Kriegsbeute nach Paris zu schaffen und dort aufzustellen.

Leberecht von BlücherDoch bevor es dazu kam wurde er besiegt und Feldmarschall Blücher brachte die Quadriga 1814 - noch in Kisten verpackt - im Triumpf nach Berlin zurück.

Sie wurde zunächst restauriert und der von dem preußischen Adler besetzte Eichenkranz am Stab der Göttin mit dem Eisernen Kreuz ergänzt. Damit wurde Schadows Friedensgöttin zur Siegesgöttin Victoria umgedeutet.

Für die Berliner war sie fortan die "Retourkutsche".

 

Das zerschossene Tor

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch das Brandenburger Tor schwer beschädigt. Bei der Schlacht um Berlin schossen deutsche Soldaten mit einem Geschütz mehrmals auf die Quadriga, nachdem dort die rote Fahne gehisst wurde. Lediglich ein Pferdekopf blieb vom Original erhalten, der heute im Berliner Märkischen Museum ausgestellt ist. Glücklicherweise wurde von der Quadriga vorsorglich ein Gipsabguss genommen. Sie konnte so nach dem Kriege rekonstruiert werden.

1956 wurde vom Magistrat der Stadt Berlin beschlossen, das einzige erhaltene ehemalige Stadttor wieder aufzubauen. Trotz heftiger Auseinandersetzungen und gegenseitiger Vorwürfe arbeiteten beide Teile Berlins bei der Rekonstruktion zusammen. Am 14. Dezember 1957 war diese beendet. Die Ostberliner Stadtverordnetenversammlung ließ vor dem Wiederaufstellen der Quadriga jedoch das Eiserne Kreuz und den Adler entfernen, weil sie diese als Symbole des preußischen Militarismus ansahen.

Panoramabild zum 50jährigen Kriegsende

Reinigung des Brandenburger Tores

Auch das Tor (insbesondere der Sandstein) bedurfte nach langer Vernachlässigung und durch Umweltschäden einer umfassenden Restaurierung.

Die Sanierung wurde nach modernsten denkmalpflegerischen Gesichtspunkten durchgeführt. Hier sieht man, wie schwarz (kleines Rechteck) das Tor durch die Luftverschmutzung geworden war. Die Reinigung erfolgte ausschließlich mit Wasser und Dampf. Auf Sandstrahlen wollte man verzichten, da dieses Verfahren immer auch die Substanz angreift. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Relief an der Attika des Brandenburger Tores

Während der Restaurierung war das Tor vollständig eingerüstet und verhängt. Bei dieser Gelegenheit entstanden die nachfolgenden Bilder.

Die Attika und die Innenseiten der Durchfahrten sind mit Reliefs bedeckt, die unter anderem Taten des Herkules, den römischen Kriegsgott Mars, der das Schwert in die Scheide steckt, und die Göttin Minerva darstellen. Hier ein Ausschnitt daraus.

Zerschossene Säule des Brandenburger Tores

Durch vermutlich gezielten Beschuss eines russischen Panzers während des Endkampfes um Berlin im April 1945 wurde eine Säule so stark beschädigt, dass das Tor dem Einsturz nahe war. Dies wurde damals nur notdürftig repariert. Bei der Sanierung wurde diese Säulentrommel zunächst stabilisiert und dann komplett ausgetauscht.

Die Standfestigkeit des Tores wurde aber auch schon in früheren Zeiten leichtfertig beeinträchtigt. So wurde die steinerne Grundplatte auf der das gesamte Tor steht, bei der Verlegung eines Abwasserkanals in der Mitte aufgebrochen. Damit waren die Säulen nicht mehr gegeneinander fixiert und es bildeten sich Risse in der Konstruktion. Durch verschiedene Maßnahmen hat man nun versucht, dem entgegenzuwirken.

 

Das Brandenburger Tor bei der Renovierung

Car Gotthard LanghansHier ein Blick auf das Gerüst knapp unterhalb der Attika (der Querbau des Tores).

Geheime Räume im Brandenburger Tor

Überraschend ist die Tatsache, dass sich innerhalb der Attika, die von unten so massiv wirkt, Räume befinden. Man gelangt hierhin über Treppen in den seitlichen Säulenbauten.

In dieser sogenannten "Soldatenkammer" sollen während der französischen Besetzung Berlins auf Befehl Napoleons Gefangene eingesperrt und gefoltert worden sein.

Während des Spartakusaufstandes 1919 nutzten Revolutionäre des Spartakus die Kammer bei ihrem Kampf gegen die Reichsregierung und für eine kommunistische Räterepublik.

Bei der Eroberung Berlins im April 1945 durch die Rote Armee verschanzten sich hier Wehrmachtseinheiten zum letzten Widerstand. Bei den Kämpfen wurde auch das Tor schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Frühstücksecke im Brandenburger Tor

Hier haben sich Handwerker in der Höhe des Tores eine gemütliche Frühstücksecke eingerichtet.

Ausstieg im Brandenburger Tor

Diese Treppe führt auf das Tor zur Quadriga. Im Hintergrund sehen wir den Fuß des Fahnenmastes. In diesem Raum war zu DDR-Zeiten ein Beobachtungsposten der Grenzpolizei eingerichtet.

Pferd der Quadriga

Im Jahre 1793 wurde dem Brandenburger Tor die von Johann Gottfried Schadow gefertigte Quadriga mit der geflügelten Friedensgöttin Eirene im Wagen aufgesetzt.

Johann Gottfried SchadowDie Quadriga ist etwa 5 m hoch und aus Kupferblech getrieben.

Auf einem von vier Pferden gezogenen Wagen fährt die Friedengöttin in die Stadt hinein - also Richtung Stadtschloss. So fuhr sie schon immer. Es ist ein nicht auszurottendes Gerücht, dass zu DDR-Zeiten die Quadriga gedreht worden wäre.

Hier eines dieser gewaltigen Rösser. Deutlich sind auch ausgeflickte Schadstellen zu erkennen. In der Silvesternacht 1989/90 kletterten Jugendliche im Überschwang des Mauerfalls auf das Tor. Die dabei stark beschädigte Quadriga wurde 1991 wieder restauriert und die Friedensgötten erhielt bei dieser Gelegenheit (natürlich nach aufgeregter Diskussion) auch das Eiserne Kreuz zurück.

Rad der Quadriga

Nach einer 22-monatigen Restaurierung wurde das Brandenburger Tor zum Tag der Einheit am 3. Oktober 2002 feierlich wieder enthüllt.

In den 1990er Jahren wurde in Berlin immer wieder diskutiert, ob das Tor für den Autoverkehr geöffnet sein soll oder nicht. Argumente gegen die Öffnung waren dabei vor allem eine mögliche Schädigung des Sandsteintores durch Erschütterungen und Autoabgase sowie die gewünschte Verkehrsberuhigung des Pariser Platzes. Heute ist das Tor für den Verkehr gesperrt.